Student of the Month: Mai

Sabina Schneider

 

 

Alter: 25

Heimatort: Hitzhofen, Bayern

Derzeitiger Wohnort: Salzburg

Semester: 2 MA

Ich in drei Worten: organisiert, erkundungsfreudig, weltverliebt

Das gefällt mir an der Uni am meisten: dass die Uni direkt an der Salzach liegt, mit Blick auf den Gaisberg und den besten Cafés in der Nähe

Lieblingslehrveranstaltungsleiter: Mag. Hans-Christian Gruber

Das ist verbessungswürdig: mehr Exkursionen für den besseren Einblick in praktische Tätigkeitsfelder

Salzburg ist für mich: meine dritte Heimat und aktuell mein Lebensmittelpunkt

 

Sabina ist für den Master wieder nach Salzburg gekommen und erzählt uns von ihrer Reiselust, ihrer beruflichen Bestimmung, die mehr Spaß als Arbeit ist, und ihrem ungewöhnlichen Hobby.

Wie bist du an das Jobangebot im Radiobereich gekommen?

Ich habe sowohl eine eigene Sendung mit Jugendlichen, als auch ein Internetradio vom Jugendsender, für das ich hauptverantwortlich bin. Zu dem Job bin ich durch eine gute Studienkollegin gekommen, die mir damals den Kontakt gegeben hat. Und so ist das über viele Ecken ins Laufen gekommen.

Welche Aufgaben übernimmst du dabei?

Zum Einen habe ich eine wöchentliche, einstündige Live-Sendung, d.h. übernehme dort die Redaktionsleitung, die Sendeplanung und die technische Leitung, damit wir rechtzeitig gesendet werden. Beim Internetradio bin ich die Hauptleitung, d.h. ich bin Ansprechperson und technische und organisatorische Leitung.

Kannst du von den Kenntnissen, die du im Studium erlernst, in der Arbeit Gebrauch machen? Oder fehlt dabei der praktische Bezug?

Ich habe mir vieles via „learning by doing“ beigebracht. Technische Sachen habe ich mir aber sehr wohl durch den Medienpass aneignen können. Da ich in einem überwiegend praktischen Bereich arbeite, hat mir dahingehend die Uni nicht so viel gebracht, aber das erachte ich auch nicht als deren Aufgabe. Ich halte auch Vorträge zum Verhalten im Internet, Urheberrecht und über Cybermobbing. Da haben mir vor allem medienrechtliche und Vorlesungen aus der AV-Abteilung geholfen.

Was hat dich dazu bewegt, Afrika als Reiseziel zu wählen? Und wie lange warst du insgesamt unterwegs?

Ich war insgesamt vier Monate auf afrikanischem Boden. Die ersten drei Monate habe ich in Namibia verbracht, dann noch in Simbabwe und Botswana auf Urlaub und ein Monat in Südafrika. Das hat sich durch meinen Freund ergeben. Er wollte unbedingt mal Auslandserfahrung sammeln und ich bin dann mehr oder weniger spontan mit, da ich sehr reisebegeistert bin.

Wie hast du dir die Reise finanziert?

Ich habe in Windhoek ein Praktikum bei der Hanns-Seidel-Stiftung absolviert, die unter anderem Aufklärungsvideos zu Teilen der Demokratie erstellt. Für meine dortige Arbeit habe ich monatlich 180 Euro bekommen, was aber in Namibia wunderbar zum Leben gereicht hat. Ansonsten versuche ich so viel wie möglich weg zu sparen und mir zweimal zu überlegen, ob ich mir etwas leiste oder nicht. Ich arbeite schon immer und nehme jede Gelegenheit wahr, zusätzliches Geld zu verdienen.

Schönstes Erlebnis während der Reise?

Es gab so viele schöne Erlebnisse, da fällt es mir schwer, nur eines zu nennen. Ich erinnere mich gerne an unser kleines Osterfest am Strand von Swakpomund, oder an den atemberaubenden Sonnenuntergang am Fish River Canyon. Aber wenn ich den emotionalsten Moment nennen muss, dann war das die Sichtung von einer wilden Elefantenherde beim Game Drive in Botswana. Ich bin ein absoluter Freak, was diese Tiere angeht und konnte es kaum glauben, dass dieser Traum endlich in Erfüllung ging.

In welchem Kontext hast du die Gebärdensprache erlernt?

Das hat mehrere Anläufe gebraucht. Ich habe das schon immer faszinierend gefunden. Während meiner Zeit in Australien habe ich dann eine mittlerweile gute Freundin kennengelernt, deren Hören stark eingeschränkt war. Weil Teile ihrer Verwandtschaft gehörlos sind, beherrscht sie die Gebärdensprache. Es vergingen dann einige Jahre und ich bin auf die Serie „Switched at birth“ gestoßen – dort ist die Hälfte eben gebärdet. Und das war dann der Anstoß, mich direkt bei einem Kurs anzumelden.

Wie lange hat die Aneignung gedauert und wie nutzt du es jetzt?

Die Aneignung läuft immer noch. Momentan habe ich keinen Kurs, da sich dieser leider mit meiner Live-Sendung überschneidet. Aber ich bin mit den Leuten immer noch in Kontakt und unser Lehrer (der übrigens gehörlos ist) schickt uns ab und an kleine Dialoge zum Lernen. Als kleine Gegenleistung bringen wir ihm das Deutsch schreiben bei, das für ihn ja viel schwieriger ist. Momentan läuft auch „Seeing voices“ im Kino – leider noch nicht in Salzburg, aber den will ich unbedingt sehen. Gebärdensprache ist so eine emotionale und malerische Sprache, die einfach faszinierend ist und ich finde, jeder sollte sich das mal anschauen.

Was war dabei die größte Herausforderung?

Die Handbewegungen. Man muss sich tatsächlich erst aufwärmen, weil deine Hände die Gesten nicht gewohnt sind. Außerdem ist der Kurs sehr anstrengend, weil man wirklich 90 Minuten intensiv aufpassen muss. Es ist ja alles leise und wenn man einmal raus ist, dauert es länger, um wieder rein zu kommen. Am Anfang war es immer so leise, dass wir Hörende nicht mal miteinander gesprochen haben. Erst nach ein paar Kursen habe ich deren Stimme gehört. Das ist schon ein bisschen verwirrend.

Hast du dir in den nächsten Jahren bestimmte Ziele gesetzt?

Ich werde nach dem Master auf jeden Fall wieder ins Ausland gehen, das steht schon mal außer Frage. Dabei soll es unbedingt wieder nach Perth in Australien zurückgehen. Das ist meine zweite Heimat und der Ort, an dem ich mich unglaublich wohl fühle. Aber auch andere Länder stehen auf der Liste. Über meine Reiseleidenschaft berichte ich seit 2 Jahren auf dem Reiseblog www.whale-of-a-time.de. Ich würde gerne einmal meine persönlichen Grenzen kennenlernen und z.B. einen Fernwanderweg laufen, aber konkrete Ziele habe ich noch nicht.

Schwerpunkte im Bachelorstudium?

Audiovisuelle Kommunikation und interpersonelle Kommunikation, gearbeitet habe ich in der damaligen PR-Abteilung und habe dort ein Forschungspraktikum gemacht. Noch dazu habe ich den Medienpass als Studienergänzung absolviert.

Bisherige Stolpersteine im Studium?

Der einzige Stolperstein war eigentlich meine Bachelorarbeit. Für mein Thema „Jugend und Pornografie“ habe ich die Einstimmung des Kultusministeriums in Bayern benötigt, um Befragungen an Schulen durchzuführen. Dieses stellte sich allerdings quer, sodass ich eine andere Lösung brauchte und dadurch hat sich mein Studium etwas verzögert. Das war aber mehr eine Komplikation, als ein wirklicher Stolperstein.

Was verbringst du deine Freizeit am liebsten?

Das Reisen steht bei mir natürlich an erster Stelle, dafür gehen schon mal all meine Ersparnisse drauf. Ich bin allgemein gerne in der Natur unterwegs oder gehe zum Bouldern. Ansonsten fotografiere und backe ich gerne und momentan erlerne ich das Lettering, also die Schönschrift. Ich bin einfach gern kreativ, in dem was ich tue.

 

 

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